Die Legende der heiligen Barbara

Die Legende erzählt uns, dass zur Zeit der großen Christenverfolgungen unter Kaiser Diocletian um 303 nach Christus die Tochter des reichen Kaufherrn Dioskuros in Nikomedia, dem späteren Nikäa, schon von Kindheit an völlig in den Ideen des Christentums aufgegangen war, während ihr Vater das Christentum fanatisch hasste. Als alle väterlichen Ermahnungen und Gewaltmittel fruchtlos blieben, überließ sie der Vater dem römischen Statthalter Diocletians, dem grausamen Galerius zur Bestrafung. Aber auch die Machtmittel dieses Statthalters und alle Folterungen erwiesen sich der standhaften Jungfrau gegenüber als machtlos. Im weiteren gibt es zwei Lesarten:

Nach der einen Lesart soll nun die junge Heilige ihren Peinigern entkommen und in die Wildnis geflüchtet sein. Dort aufgespürt und verfolgt, soll sie sich den Häschern dadurch entzogen haben, dass sich ihr nach kurzem, heissen Gebet und nach einem Streich mit einem Palmzweig ein Felsen unter Blitz und Donner öffnete und sie dadurch vor den Verfolgern gerettet wurde.Nach einer anderen Lesart soll der Turm, in dem man sie gefangenhielt, auf ihr Gebet hin durch einen Blitzschlag gespalten worden sein. Der Blitzschlag streckte auch die Wächter nieder und ermöglichte ihr die Flucht. So wird die Heilige Barbara einmal mit einem Palmzweig und das andere Mal mit einem Turm im Arm oder neben einem Turm stehend dargestellt.

Beiden Lesarten zufolge, wurde sie jedoch - abermals gefangengenommen -, von ihrem eigenen Vater vor den Augen des Statthalters nach neuerlicher furchtbarer aber vergeblicher Marter enthauptet. Ein Blitzschlag tötete hierauf den Vater und den Statthalter.
Damit war die junge Heilige jedenfalls die Erste, die unter Blitz und Donner ihren Widersachern den Tod brachte. Weil, wie bereits erwähnt, das Brescheschlagen unter Blitz und Donner die vornehmliche Tätigkeit der neuen Waffe war, wählte man Sankt Barbara zu Recht als Schutzheilige.