Uniform der Wärter und Frater 1861

Die Uniform der Krankenwärter und Frater (Frater = den Truppen zugeteilter Sanitäter) bestand seit dem Beschluss des Bundesrates vom 17. Januar 1861 aus dem niederen Tschako, fortan Käppi genannt, mit Kokarde und kornblumenblauem Wollpompon.
Die Oberbekleidung bestand aus einem dunkelblauen Waffenrock mit kornblumenblauem Kragen und Vorstössen mit zwei Reihen zu je 7 Knöpfen aus weissem Metall, ohne Gepräge. Dazu war eine Halsbinde aus weicher schwarzer Wolle zu tragen. Für die tägliche Arbeit war ein Kittel aus grauem Zwilch vorgeschrieben, dessen Kragen mit kornblumenblauen Schnüren  eingefasst war, dazu ein Kaput für nasskaltes Wetter.
Als Beinkleider hatte jeder zwei Paar Hosen aus blaugrauer Wolle oder Halbwolle, neu mit Hosenschlitz statt Latz, dazu blaugraue Tuchgamaschen und im Sommer solche aus rohem Zwilch.

Sanitätswesen um 1860
Mitte des 19. Jahrhunderts war das Sanitätswesen der Armee noch recht primitiv organisiert. Nebst dem Truppen-Sanitätspersonal (Frater) gab es auch Ambulanzen-Ärzte, -Apotheker und Krankenwärter. Die erforderlichen Spitäler und Lazarette wurden erst bei Truppenaufstellungen gebildet, die Kantone mussten für die Lokalitäten besorgt sein, Einrichtungs- und Ausrüstungskosten waren durch den Bund zu bezahlen.
Erst 1862 beförderte man die ehemaligen „Feldscherer“ und „Chirurgen“ zu Sanitätsoffizieren.
Bei den Wärtern der Ambulanzen gab es Wärter I. und II. Klasse, sie unterschieden sich durch weisse Litzen aus Kamelhaar. Die Truppensanität wurde durch die Kompagnie-Frater gestellt,

Erst ab 1870 wurden Ambulanzen als feste Truppeneinheiten gebildet, sie bestanden aus 3 Ärzten, 1 Kommissär, 8 Krankenwärtern und einer kleinen Trainmannschaft, bestehend aus 1 Gefreiten und 3 Trainsoldaten. Dazu kamen 6 Zugpferde, zugeteilt von einer Parktrain-Kompagnie.
An Fahrzeugen standen „Ambulancen-Fourgons“(Ordonnanz 1857), für die Ausrüstung zur Verfügung. Ab 1870 auch spezielle „Blessirtenwagen“ für sitzende oder liegende Patienten.


  Arzt und Tierarzt , Ch. Perron