Steinschlossgewehr Ordonnanz 1817
Ein eigentliches Ordonnanzgewehr 1817 existiert gar nicht. Um 1816 wurden die Richtlinien grosszügig gesteckt, um einer Neubewaffnung der kantonalen Truppen nach nach dem Ende von Napoleons Herrschaft keine Hindernisse in den Weg zu legen. Unter der Bezeichnung Ordonnanzgewehr 1817 konnte man die verschiedensten Modelle antreffen. Das verbreitetste war das französische Gewehr 1777/1800, welches viele Kantone aus Frankreichs Beständen erwarben. Das vorliegende Gewehr wurde 1824 hergestellt und hat ein Kaliber von 18mm. Mit seinem ungezogenen Lauf lag die Treffsicherheit unter 100 Meter. Das grosse Bild zeigt das Steinschloss (zum Schuss war im Hahn ein Feuerstein eingeschraubt, welcher an der Pfanne gegenüber Funken zur Zündung schlug).

   
   
   
   

Perkussionsgewehr Ordonnanz 1817/42
Mit dem Aufkommen des Kapselzündsystems führte die Eidgenossenschaft 1842 ein zeitgemässes Vordeladergewehr ein. Diese Waffen wurden weitgehend im Ausland gefertigt, so etwa in der Büchsenmacherhochburg Lüttich. Da man aber die alten Steinschlossgewehre der Ordonnanz 1817 weiternutzen wollte, wurden viele von ihnen nachgerüstet und mit einem neuen Schloss versehen. Unser Bild zeigt ein Gewehr dass 1812 unter Napoleon in Frankreich gefertigt wurde, und nach seinem Verkauf in die Schweiz um 1842 in kantonalem Auftrag in der königlich französischen Waffenmanufaktur Mutzig auf Perkussion umgebaut wurde.

Bilder und Texte mit freundlicher Genehmigung von R.Rebmann