Uniform der Genietruppen 1861
Die Uniform der Genietruppen bestand seit dem Beschluss des Bundesrates vom 17. Januar 1861 aus einem halbkugeligen Hut aus gesteiftem, wasserdichtem Filz mit Krempe, Kokarde mit eingestecktem Busch aus grünen Hahnenfedern auf der linken Seite. In Front das Waffenabzeichen, gekreuzte Äxte unter platzender Granate für die Sappeure, Anker, Tau, Ruder und Stachel gekreuzt für die Pontoniere.
Die Oberbekleidung bestand aus einem dunkelblauen Waffenrock mit roten Vorstössen mit zwei Reihen zu je 7 Messingknöpfen mit Gepräge. Dazu war eine Halsbinde aus weicher schwarzer Wolle zu tragen. Für die tägliche Arbeit war eine kurze Ärmelweste vorhanden und ein Kaput für nasskaltes Wetter. Als spezielle Auszeichnung trugen sie, wie die Artilleristen, rote Epauletten, hergestellt aus Wolle.
Als Beinkleider hatte jeder zwei Paar weit geschnittene Hosen aus blaugrauer Wolle oder Halbwolle, neu mit Hosenschlitz statt Latz, dazu blaugraue Tuchgamschen und im Sommer solche aus rohem Zwilch.
Als Bewaffnung diente den Sappeuren und Pontonieren ein Faschinenmesser mit Messinggriff und Lederscheide. Die Angehörigen der Genietruppen waren zudem, bis zur Einführung des Peabody-Gewehres für Genietruppen (Modell 1867/1877) mit Gewehren Modell 1842 ausgerüstet.
Patronentasche und Faschinenmesser wurden an einem Gurt aus schwarz lackiertem Leder getragen.
Offiziere trugen den Säbel und Epauletten/Konterepauletten aus Goldfaden

Unser Bild zeigt einen Sappeur-Hauptmann (Lith. Ch. Perron).

Unser Bild zeigt einen Sappeur-Hauptmann (Lith. Ch. Perron)

 

Organisation der Genietruppen von 1853 bis 1874

Die Organisation der Genietruppen sah total 12 Sappeurkompanien vor, geführt durch einen Geniestab im Eidgenössischen Stab.
Je 6 Kompanien waren in den Heeresklassen Auszug, Reserve und Landwehr eingeteilt, im Auszug und der Landwehr nummerierten sie von 1 bis 6 in der Reserve von 7 bis 12 und wurden durch die Kantone Waadt, Zürich, Bern, Aargau, Bern und Tessin gestellt. Der Kanton Zürich stellte im Auszug die Kompanie 2, in der Reserve die Kompanie 7 und in der Landwehr die Kompanie 1.
Die Aufgaben der Sappeure bestanden, nebst dem Schlagen von Brücken, vor allem aus Arbeiten beim Befestigungsanlagen, Spreng- und Mineurarbeiten sowie beim Schanzenbau.

Ebenfalls zu den Genietruppen gehörten die Pontoniere deren hauptsächlichste Aufgabe der Bau von Pontonbrücken und die Übersetzung von Mannschaft und Material auf den Gewässern war. Je 3 Kompanien in Auszug und in der Reserve sowie 2 Landwehrkompanien teilten sich die Kantone mit grossen Flussläufen Zürich (Limmat), Aargau (Reuss, Limmat, Aare) und Bern (Aare). Der Kanton Zürich stellte die Pontonierkompanien 1 (Auszug), 4 (Reserve) und 1 (Landwehr).
Die Kompaniestärke bei Sappeuren und Pontonieren betrug im Auszug 100 Mann (mit 88 Gewehren) und in der Reserve 70 Mann (mit 60 Gewehren).
Das Kriegsbrückenmaterial stellte die Eidgenossenschaft, die Sappeur- und Schanzzeugwagen mussten nach eidgenössischer Ordonnanz hergestellt sein, wurden aber von den Kantonen gestellt.